Wir trauern um unser langjähriges Vereinsmitglied Winfried Dörrich
Ich darf heute für die Fechtabteilung und auch im Namen des Vorstandes des TV Memmingen unser herzliches Mitgefühl seiner Familie, Angehörigen und Freunden aussprechen.
Unser Fritz wurde am 17. November 1933 geboren.
Im Alter von 19 Jahren trat er 1952 der Fechtabteilung des TV Memmingen bei – ein Schritt, der nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das unseres Vereins nachhaltig prägen sollte.
Im Dezember 1958 übernahm Fritz das Amt des Kassiers der Fechtabteilung, dass er über fünf Jahrzehnte lang mit größter Sorgfalt und Zuverlässigkeit ausübte. Bereits 1961 vermerkt die Chronik: „Die Abteilung steht heute finanziell auf einem Fundament, wie es noch nie der Fall war.“ Dieses Fundament blieb auch in all den folgenden Jahren bestehen – dank Fritz, unserem unermüdlichen „Finanzminister“.
Die Chronik berichtet weiter: „Wir dürfen mit gutem Recht behaupten, dass dieses Jahr uns wieder schöne Siege gebracht hat, aber auch Feste und Besäufnisse von höchster Qualität.“ Fritz war also nicht nur ein Mann der Zahlen, sondern auch ein Teil der lebendigen Gemeinschaft, die unseren Verein ausmacht.
Als Waffenwart fertigte er 1962 aus gebrauchten Druckbahnen zwei Fechtbahnen, die der Abteilung viele Jahre treue Dienste leisteten. Anfang der 60er Jahre tauchen in der Chronik auch seine ersten sportlichen Erfolge auf – unter anderem wurde er 1960 Vereinsmeister im Degen. Er war auch im „reiferen“ Alter immer noch ein starker Gegner auf der Planche und dank seiner blitzschnelle Parade Riposte Aktionen gefürchtet.
1976 erhielt Fritz die TVM-Verdienstnadel in Silber, 1998 folgte die goldene Verdienstnadel des Vereins.
Als 1980 nach langer Pause wieder eine Wallensteinwoche geplant wurde, war Fritz selbstverständlich dabei. Zusammen mit anderen Fechtern bildete er den Kern der Leibwache Wallensteins. Auch bei späteren Wallensteinspielen war er aktiv – und immer wieder im Theater mit Fechteinlagen zu bewundern.
2009 erreichte Fritz als Kassier sein 50. Dienstjahr in der Fechtabteilung. In Anerkennung seiner außergewöhnlichen Verdienste wurde er vom Bayerischen Sportverband im Rahmen der Delegiertenversammlung unter „standing ovations“ mit der Ehrung in Gold mit großem Kranz ausgezeichnet.
Über all die Jahre hinweg kümmerte er sich unermüdlich um unsere Ausrüstung, reparierte Waffen und Geräte, und war bei unzähligen Illerfesten am Grill für das leibliche Wohl der Teilnehmer verantwortlich.
Auf Fritz war immer Verlass. Er war unermüdlich tätig, zuverlässig, hilfsbereit – und dabei stets bescheiden. Er drängte sich nie in den Vordergrund, und gerade deshalb war er ein unschätzbarer Helfer im täglichen Vereinsleben.
Am 15. Februar 2026 ist Fritz verstorben. Wir verabschieden uns heute von unserem Sportkameraden und Freund mit einem letzten Fechtergruß.
